Wendelstein attraktiv für die Jugend
Wendelstein attraktiv für die Jugend

Maximilian Lindner, der im Frühjahr in Wendelstein Bürgermeister werden will, möchte Wendelstein auch attraktiver für die Jugend machen. Dazu besuchte er den erfolgreichen SPD Bürgermeister Ben Schwarz in Georgensgmünd. Von ihm wollte er sich nicht nur praktische Tipps für seinen Weg ins Bürgermeisteramt holen, denn Ben Schwarz ist seit Jahren von allen Parteien geschätzt und anerkannt, sondern auch die praktische Umsetzung von Gemeinderatspolitik besprechen. Gerade in Georgensgmünd gibt es ein sehr aktives Jugend-Kulturleben, mit einem aktiven Jugendzentrum, im Sommer den Stadtstrand, einen großen Bike Park und natürlich ein Hallenbad.

Der Besuch, bei dem Lindner von der Gemeinderätin Anja Tobermann, Tobias Fuhrmann sowie Maximilian Klemm begleitet wurde, begann mit einer Besichtigung des Bike Parks, der unmittelbar neben der beindruckenden Bürgersolaranlage steht. Er wird von einem Verein betrieben, für den die Gemeinde die Fläche zur Verfügung gestellt hatte. Zudem hilft sie beim Unterhalt. Hier staunte besonders die Gemeinderätin Dr. Anja Tobermann. In Ihrer Zeit als Jugendbeauftragte der Gemeinde habe sie vergeblich um einen Dirt-Bike Park gekämpft, berichtete sie. In Wendelstein unter Bürgermeister Werner Langhans scheiterte es an üblichen Bedenken: es wäre zu gefährlich, das Gelände müsse umzäunt werden, man hätte schon einen Radsport Verein; und wer solle das Gelände dann betreiben? Mehrere geeignete Grundstücke hätte es gegeben, wie die ehemalige Kläranlage in Neuses. Jetzt zu sehen, dass solch ein Bike Park doch entstehen kann und dies sogar ohne Zaun, Eintrittsgebühren usw. ist ermutigend für andere Vorhaben, macht es doch klar, dass manchmal nur eine innovative Herangehensweise gefragt ist.

Innovativ ist auch die Herangehensweise mit dem Hallenbadumbau in Georgensgmünd. „An ihrem Hallenbad hängen die Georgensgmünder sehr“, meint Bürgermeister Schwarz. Nach vielen Berechnungen, umfassender Planung und harter Diskussion hat sich der Gemeinderat für eine ca. 9,6 Millionen Euro (netto) teure Sanierung entschieden. Dabei entsteht neben dem 20m Becken mit Hubboden auch ein neuer Kleinkinder- und Wellnessbereich mit Option einer Saunaanlage mit Blick auf den Wiesengrund. Mittelfristig ist auf dem Dach des Schwimmbads der Umbau der alten Hopfenhalle geplant. Dann hätte Georgensgmünd an einem Standort nicht nur die neue 2-1/2-fach Turnhalle (Fertigstellung 2018), das Hallenbad (Fertigstellung vss. 2021), sondern auch die Möglichkeit des Ausbaus eines Mehrzweck/Konzertsaal für ca. 350 Personen. Eine umfassende und langfristige Planung empfiehlt Ben Schwarz dem jungen Bürgermeisterkandidaten. Ein Schwimmbad in Wendelstein wäre zwar schön, ist aber unrealistisch und derzeit nicht mehrheitsfähig, entgegnet Maximilian Lindner. Eine langfristige Planung will er jedoch auch und zwar ortsteilbezogen und bürgernah.

Für Wendelstein kann sich Lindner für die Sommerzeit eine attraktive Liegewiese an der Schwarzach vorstellen. Natürlich müsste die Gemeinde dann auch hier eine Basisfinanzierung zur Errichtung und zum Unterhalt leisten, verglichen mit den Kosten für ein Schwimmbad ist das jedoch für Wendelstein sehr gut leistbar, meint auch Maximillian Klemm, der sich als Bauingenieur gut mit Großprojekten auskennt.

Was in Georgensgmünd ebenfalls gut gelöst ist, ist die Anbindung an das Verkehrsnetz. Georgensgmünd hat das Glück weiterhin einen Bahnhof zu haben, um den herum als Knotenpunkt die Ortsbuslinien starten und enden. Wenn es nach Lindner geht, so muss Wendelstein auch bei der Verkehrsanbindung deutlich nachbessern. Erstens ist unser öffentlicher Nahverkehr zu teuer und die Anbindung selbst nach Nürnberg nicht akzeptabel. „Wir brauchen auch eine bessere Busanbindung über Groß-, Kleinschwarzenlohe und Neuses an den Schienenverkehr in Schwabach“, meint Lindner. Er will die Menschen in Wendelstein schnell und günstiger zum Zug bringen. Nur bei einem gut getakteten ÖPNV werden Bürgerinnen und Bürger bereit sein vom Auto auf ihn umzusteigen. Er hält es deshalb zwingend notwenige den gesamten ÖPNV im Rahmen des Verkehrskonzeptes zu überplanen.

In Kleinschwarzenlohe warten Bürgerinnen und Bürger vergeblich seit Jahren auf die versprochene Ortsmitte und ein Neubau der Feuerwehr. In Großschwarzenlohe wird es spannend, wie sich die Bebauung am ehemaligen Hörnleingelände integriert, es fehlen Krippen- und KiTa-Plätze vor Ort und wie es mit dem Umbau der Sporthalle mit zusätzlichem Veranstaltungsraum weitergeht, wird als großes Geheimnis behandelt. „Mit Vereinen wurde gesprochen, ansonsten sind die Vorgaben zur Planung nicht öffentlich“, bemängelt Lindner. Röthenbach St. Wolfgang hat Probleme mit der Grundversorgung seit dem der Dorfladen wieder schließen musste. Lindner vermisst die Bürgerbeteiligung und den aktuellen Sachstand zu geplanten Vorhaben. „Bei solchen Projekten lassen sich doch gut die Menschen vor Ort mitnehmen, sicherlich kann man nie alle Wünsche erfüllen“, ergänzt Lindner. Er will jedoch einen Ideenwettbewerb für die Ortsentwicklung und eine langfristige Planung über Partei- und Ortsgrenzen hinaus für einen lebenswerten und modernen Markt Wendelstein.

Tobias Fuhrmann
für die SPD im Markt Wendelstein