Ausbildung in Wendelstein – SPD will Azubi-Förderung
Ausbildung in Wendelstein – SPD will Azubi-Förderung

Der allgemeine Fachkräftemangel ist in aller Munde und auch in Wendelstein zunehmend Realität. Die Suche nach Auszubildenden gestaltet sich schwierig und so wird es auch für ortsansässige Firmen immer komplizierter Nachwuchs zu finden.

Diplom-Bauingenieur Maximilian Klemm kennt diese Situation. Er arbeitet für das Wendelsteiner Bauunternehmen Xaver Schalk. Um dem Mangel an Azubis entgegenzuwirken organisierten ein Betonwerk in Kooperation mit der Firma Schalk ein Beton-Kunst-Projekt, mit dem sie auch an die Wendelsteiner Mittelschule herantraten. „Ziel solcher Projekte muss sein, den Jugendlichen die Möglichkeiten und Vorzüge einer Ausbildung in der Baubranche zu vermitteln und das Berufsfeld spielend nahe zu bringen“, so Klemm. Er kandidiert für die SPD um einen Platz im Marktgemeinderat und will mit Maximilian Lindner, dem Bürgermeisterkandidat der SPD, ein Förderprogramm für Azubis auf den Weg bringen.

Lindner setzt sich dafür ein, dass Azubis, die im Markt Wendelstein ausgebildet werden, einen Wohngeld-Zuschuss und Vergünstigungen im ÖPNV erhalten. Azubis ohne Wohnsitz in Wendelstein, die aber ihre Ausbildung hier absolvieren, sollen ebenfalls von einer Förderung profitieren und den ÖPNV vergünstigt, im Sinne eines 1€-Tickets nutzen können. Diese Förderung schafft finanzielle Entlastung für Auszubildende und unterstützt damit auch Wendelsteiner Firmen bei ihrer Suche nach jungen Fachkräften. „Mit dieser Azubi-Förderung möchten wir die Zeit überbrücken, bis in Wendelstein mehr bezahlbarer Wohnraum realisiert wird“, sagt Lindner. „Viele junge Leute würden gerne eine eigene Wohnung in Wendelstein beziehen, finden aber keine. Gerade in der Ausbildungszeit ist das Wohnen in Wendelstein viel zu kostspielig. Auch wenn die Verwaltung jetzt den immer wieder angesprochenen Forderungen der SPD nach bezahlbarem Wohnungsbau mit einem Projekt in Kleinschwarzenlohe nachkommt, reicht diese Maßnahme nicht aus und kommt leider sehr spät. Projekte dieser Art müssen auch in anderen Ortsteilen realisiert werden.“

Die Forderung unterstützt auch Akin Akbas. Der junge Friseur betreibt mit seiner Schwester im Altort das gut geführte Friseurgeschäft Schnittpunkt 23. Er kandidiert ebenfalls für den Marktgemeinderat. Es war sein Großvater, der in den 70er Jahren als Gastarbeiter aus der Türkei gekommen ist, seine Familie später nach Deutschland geholt hat und nach Wendelstein zog. Akin Akbas ist in Wendelstein aufgewachsen und in die Schule gegangen. „Ich habe während meiner Ausbildung immer die Idee verfolgt ein eignes Friseurgeschäft zu betreiben. Nun möchte ich mich für andere Azubis einsetzen“, so Akbas. „Mein Weg war nicht immer einfach und vieles wäre ohne die Unterstützung durch meine Eltern nicht möglich gewesen. Als Azubi habe ich in Altenfurt bei Marcel Schneider angefangen. Der Azubilohn ging schon weitgehend für die öffentlichen Verkehrsmittel drauf und die Verbindung war ebenfalls schlecht“, berichtet er. So mussten die Eltern öfter einspringen und ihn nach getaner Arbeit abholen, da eine eigene Wohnung nahe dem Arbeitsplatz finanziell nicht leistbar war. Akin Akbas möchte sich ebenfalls verstärkt einsetzen für die Azubi-Förderung, mehr Wohnraum für alle Einkommensklassen und eine deutliche Verbesserungen im Personennahverkehr. Bei Maximilian Lindner sieht er das Potential, diese Verbesserungen herbeizuführen.

Dr. Anja Tobermann
Für die SPD im Markt Wendelstein